Was sind Akkufresser beim Handy – und wie werde ich sie los?

Der Begriff „Akkufresser“ klingt nach einem konkreten Problem mit einer klaren Lösung. Und manchmal ist es das auch. Aber meistens ist es etwas nuancierter – denn nicht jede App, die viel Strom verbraucht, ist automatisch ein Problem. Und nicht jeder hohe Akkuverbrauch hat einen einzigen Schuldigen.

Trotzdem: Wer versteht, was Akkufresser sind und wie sie sich verhalten, kann gezielt eingreifen.

Was ein Akkufresser eigentlich ist

Ein Akkufresser ist eine App, ein Dienst oder ein Prozess, der unverhältnismäßig viel Strom verbraucht – gemessen daran, wie viel Nutzen er dem Nutzer bringt. Das ist der entscheidende Unterschied.

YouTube beim Videostreaming verbraucht viel Strom – aber es ist klar, wofür. Eine wenig genutzte Fitness-App, die im Hintergrund kontinuierlich GPS-Daten sammelt und alle paar Minuten Daten synchronisiert, verbraucht ähnlich viel – aber ohne dass man es bemerkt oder davon profitiert. Letzteres ist der klassische Akkufresser.

Wo Akkufresser besonders häufig vorkommen

Soziale Netzwerke und Messenger sind strukturell so gebaut, dass sie möglichst viel Zeit im Vordergrund verbringen wollen – und dafür im Hintergrund aktiv bleiben. Sie laden Inhalte vor, synchronisieren Feeds, empfangen Benachrichtigungen in Echtzeit. Instagram, TikTok, Facebook, WhatsApp – all das gehört zu den bekannt energiehungrigen Apps.

Navigation und Standortdienste sind ein weiterer Klassiker. Apps, die dauerhaften GPS-Zugriff haben, auch wenn man sie gerade nicht aktiv nutzt, halten das GPS-Modul am Laufen. Das kostet überproportional viel Strom.

E-Mail-Apps mit kurzen Abrufintervallen können ebenfalls auffällig sein – besonders wenn mehrere Konten eingerichtet sind und jedes alle paar Minuten prüft, ob neue Nachrichten eingegangen sind.

Schlecht optimierte Apps sind eine eigene Kategorie. Manche Apps sind einfach technisch schlechter gebaut als andere – sie schlafen im Hintergrund nicht ordentlich ein, halten das System wach, oder starten sich nach dem Schließen selbst neu. Das lässt sich von außen schwer erkennen, zeigt sich aber in der Akkustatistik.

Wie man sie findet

Unter Einstellungen → Akku zeigt jedes Smartphone, welche Apps und Dienste in den letzten 24 Stunden am meisten Strom gezogen haben. Wer dort eine App sieht, die viel verbraucht hat, aber kaum genutzt wurde, hat einen konkreten Verdächtigen.

Wichtig: auf den Hintergrundverbrauch achten. Manche Systeme zeigen separat, wie viel einer App im Vordergrund und wie viel im Hintergrund passiert ist. Ein hoher Hintergrundanteil bei wenig aktiver Nutzung ist das klarste Signal.

Wer tiefer graben möchte, findet in Apps wie AccuBattery (Android) noch detailliertere Informationen – inklusive sogenannter Wake Locks, also Prozesse, die das Gerät am Einschlafen hindern. Eine ausführliche Übersicht zu Akku-Apps gibt es an anderer Stelle.

Wie man sie loswird

Hintergrundzugriff einschränken ist die erste Maßnahme. Auf Android lässt sich pro App einstellen, ob sie im Hintergrund aktiv sein darf. Auf iOS kann man die Hintergrundaktualisierung deaktivieren. Für Apps, die man selten öffnet, ist das die einfachste und wirksamste Methode.

Standortberechtigungen anpassen – alles von „immer“ auf „nur bei Nutzung“ setzen, außer für Apps, bei denen dauerhafter Zugriff wirklich Sinn macht (z. B. eine Sicherheits-App oder ein Wearable-Dienst).

Benachrichtigungen reduzieren – nicht als Hauptmaßnahme, aber als ergänzende. Weniger Benachrichtigungen bedeuten weniger Aufweckmomente für das Gerät.

Die App deinstallieren, wenn sie mehr frisst als sie gibt. Das klingt radikal, aber manchmal ist es die sauberste Lösung. Wer eine App kaum öffnet und sie trotzdem dauerhaft im Hintergrund aktiv ist, hat keinen guten Grund, sie zu behalten.

Der Unterschied, den das macht, lässt sich am nächsten Tag bereits in der Akkustatistik ablesen.