Wie finde ich den Akkufresser auf meinem Handy?

Man merkt es meistens nicht sofort. Der Akku läuft einfach schneller leer als gewohnt, aber es ist nicht klar, woran es liegt. Irgendwas frisst da Strom – nur was genau?

Die gute Nachricht: Man muss nicht lange rätseln. Jedes aktuelle Smartphone zeigt an, welche Apps und Dienste am meisten Energie verbraucht haben. Man muss nur wissen, wo man nachschauen soll.

Wo der Akkuverbrauch angezeigt wird

Auf Android-Geräten findet man die Verbrauchsübersicht unter Einstellungen → Akku. Dort gibt es meist einen Bereich wie „Akkuverbrauch“ oder „Akkunutzung“, der eine Liste der Apps sortiert nach ihrem Stromhunger der letzten Stunden zeigt.

Auf iPhones liegt die Übersicht unter Einstellungen → Akku, weiter unten im Bereich „Akkunutzung nach App“. Hier lässt sich zwischen den letzten 24 Stunden und den letzten 10 Tagen wechseln – beides ist nützlich, um Muster zu erkennen.

Wichtig: Die Anzeige spiegelt immer den tatsächlichen Verbrauch wider, nicht eine theoretische Einschätzung. Was dort oben steht, hat wirklich Strom gezogen.

Was die Zahlen bedeuten

Eine App ganz oben auf der Liste ist nicht automatisch ein Problem. Wer zwei Stunden lang YouTube schaut, wird YouTube logischerweise an erster Stelle finden. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Nutzungszeit und Verbrauch.

Verdächtig wird es, wenn eine App viel Strom verbraucht hat, aber kaum oder gar nicht aktiv genutzt wurde. Manche Systeme zeigen direkt an, wie viel davon im Vordergrund und wie viel im Hintergrund passiert ist. Hoher Hintergrundverbrauch bei einer App, die man eigentlich kaum öffnet – das ist der klassische Akkufresser.

Soziale Netzwerke sind hier oft auffällig. Sie synchronisieren Feeds, laden Vorschaubilder, empfangen Push-Benachrichtigungen und aktualisieren Inhalte, auch wenn man die App seit Stunden nicht geöffnet hat.

Was tun, wenn man einen Verdächtigen gefunden hat

Wer eine App identifiziert hat, die unverhältnismäßig viel Strom zieht, hat mehrere Möglichkeiten:

Den Hintergrundzugriff einschränken. Unter Android lässt sich für jede App festlegen, ob sie im Hintergrund aktiv sein darf. Unter Einstellungen → Apps → [App auswählen] → Akku findet man Optionen wie „eingeschränkt“ oder „optimiert“. Auf iPhones gibt es unter den App-Einstellungen die Option „Hintergrund-App-Aktualisierung“ – die lässt sich global oder pro App deaktivieren.

Push-Benachrichtigungen reduzieren. Jede Benachrichtigung kostet etwas. Apps, die im Minutentakt Mitteilungen schicken, halten sich damit dauerhaft aktiv. Wer Benachrichtigungen selektiv abschaltet, spart nicht nur Nerven, sondern auch Strom.

Die App deinstallieren, wenn man sie ohnehin kaum nutzt. Das klingt radikal, ist aber oft die ehrlichste Lösung. Wenn eine App mehr Strom frisst als Nutzen bringt, ist das eine einfache Rechnung.

Ein Hinweis zu Systemdiensten

Manchmal taucht in der Liste nicht eine App, sondern ein Systemdienst auf – zum Beispiel „Android-System“, „Google Play-Dienste“ oder ähnliches. Das ist in der Regel kein Fehler, sondern normale Hintergrundaktivität des Betriebssystems.

Auffällig hoher Verbrauch bei Systemdiensten kann aber auf ein hängendes Update, eine laufende Datensicherung oder einen Synchronisierungsprozess hinweisen, der nicht sauber abgeschlossen wurde. Ein Neustart hilft hier oft weiter.

Wenn die Übersicht nicht weiterhilft

Manchmal zeigt die eingebaute Akkuübersicht nicht genug Detail. Wer tiefer graben möchte, kann auf Android zu Diagnose-Apps greifen – Apps wie AccuBattery liefern deutlich granularere Daten darüber, was wann wie viel Strom verbraucht. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man ein konkretes Problem hat, das sich mit den Bordmitteln nicht eindeutig eingrenzen lässt.

Wer sich fragt, was Akkufresser grundsätzlich sind und warum sie so viel ziehen, findet dazu eine ausführlichere Erklärung hier. Und wer nach dem Aufspüren konkrete Maßnahmen braucht, um den Akku wieder länger durchhalten zu lassen, ist mit den Sofortmaßnahmen in diesem Artikel gut bedient.